Klang

Das Thema Klang- & Soundästhetik ist mir sehr wichtig, deshalb gönne ich dem Sound etwas Raum.

Eine Aufnahme, ein Mix oder der gleichen sofern dies nicht als Dokumentation definiert ist, soll etwas einzigartiges sein. Ansonsten ist und bleibt es eben eine Dokumentation, was ja auch sein darf.

Das was die Musik oder Aufnahme eines Künstlers auszeichnet, soll hervorgehoben unterstrichen, erweitert, was hinzugefügt werden das es berührt und im besten Fall ein WOW oder Gänsehautfeeling verleiht.
Der Klang darf den Zuhörer begleiten in eine andere Welt und ihn vielleicht auch den Alltag etwas vergessen lassen. Toll ist, wenn man nicht merkt, dass man die Musik oder der gleichen über zwei (oder mehrere) Lautsprecher/Ohrenstöpsel konsumiert, sich also quasi die Lautsprecher oder Tonquelle auflösen und den Eindruck hat mitten im Geschehen zu sein.
Das ist einer meiner Grundsätze die meine Tongestaltung ausmacht. Der Sound soll sich von den Lautsprechern lösen und so wirken, als ob es keine Begrenzung gibt.

Das dies nicht einfach schnell schnell, mit einem Preset oder per Knopfdruck geht, versteht sich von selbst. Diese Arbeit erfordert viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Etwas zuviel oder zu wenig und schon kann es kippen in die eine oder andere Richtung.

Das Thema Dynamik ist dabei auch ganz wichtig, alles Plattwalzen mit dem hardcore multiband "schlag mich tot limiter" führt nicht zum Ziel. Auch wenn für das Ohr das was als "lauter" empfunden wird im ersten Moment als "besser" wahrgenommen wird, so trügt dies gewaltig.
Nach kurzer Zeit schaltet man solche lauten Produktionen aus. Man ist schnell genervt, gereizt und oder mag es nicht mehr hören. Bei dynamischen Produktionen ist das nicht der Fall, denn sie sind natürlich oder wie ich auch gerne sage: Lieblich produziert so wie wir Menschen es mögen und es uns tut gut. Bei lauten Passagen knallt es ordentlich und das soll und darf es auch. Jedoch bei einem Mezzopiano muss man ruhig sein und gut zuhören, das einem die Seele aufgeht.
Wenn ein Musiktitel von 3:30min von Anfang bis Schluss eine Dynamik von 5db oder zum Teil sogar noch weniger aufweist, dann ist das alles andere als natürlich, weil kein Mensch permament ein Fortissimo auf seinem Instrument spielt.

Al Schmitt ist für mich einer, der genau das und noch vieles mehr verstanden hat und wusste wie man dies umsetzt. Er hatte fast keinen EQ und Kompressor bei seinen Produktionen eingesetzt sondern mit der richtigen Wahl der Mikrofone begonnen.
Ein ganz wichtiger Teil war bei ihm auch immer, dass sich alle wohlgefühlt haben bei der Produktion und es ein Erlebnis ist zusammen zu arbeiten. Denn wir verbringen sehr viel Lebenszeit am Arbeitsplatz. Die Dynamik hat er im übrigen oftmals von Hand mit dem Fader umgesetzt.

Dieses grosse Thema hier abschliessend zu behandeln, würde den Rahmen sprengen. Aber ich hoffe, es gibt Dir einen Einblick in die Dinge wie ich es sehe und angehe.

Ich freue mich, von Dir und Deinem Herzensprojekt zu hören.